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Schwerpunkte

Die erste Frage unseres Kleinen Katechismus lautet: Was ist das höchste Ziel des Menschen? Die Antwort: Das höchste Ziel des Menschen ist, Gott zu verherrlichen und sich für immer an ihm zu erfreuen. Wie erreichen wir dieses Ziel? Nur Christus alleine kann uns den Weg dazu weisen. Darum nehmen wir seine Lehre und sein Leben als Modell für unseren ganzen Lebenslauf. Wir glauben, Christi Wort offenbart uns drei Schwerpunkte: Anbetung, Nachfolge und Evangelisation, welche in Treue, Liebe und Ausharren eingebettet sind.

ANBETUNG DES DREIEINIGEN GOTTES

Die Anbetung des Dreieinigen Gottes muss aus der Natur der Sache nicht zuerst uns gefallen, sondern soll zuerst Gott wohlgefällig sein. Darum wollen wir Gott mit frohem Herzen schriftgemäss anbeten. Nicht nach unseren eigenen Erfindungen und Wünschen (Mt 15,9), sondern nach den Anweisungen Gottes (Joh 4,23-24; 1. Kor 14,40). Anbetung geschieht besonders an einem Sonntag, wenn sich das Volk Gottes zum Gottesdienst trifft (Psalm 100; Apg 20,7; 1. Kor 16,2). Wenn wir Gott zusammen anbeten, tun wir dies indem wir zusammen singen, beten, und bekennen, sowie Predigten hören und die Sakramente empfangen. Selbstverständlich beschränkt sich die Anbetung Gottes nicht nur auf den Sonntag, sondern geschieht auch im normalen Alltag (1. Kor 10,31).

NACHFolge

Die Gemeinschaft der Heiligen existiert erstens zur Ehre Gottes, zweitens zur Auferbauung der Gläubigen und drittens, um Licht in der Welt zu sein. Somit fokussieren wir uns nach der rechten Anbetung Gottes auf die Heiligung, Auferbauung und das Wachstum der Gläubigen. Hierzu gibt uns die Bibel die wirksamen Werkzeuge und Mittel. Diese nennen wir die “gewöhnlichen Gnadenmittel” - die Predigt des Wortes Gottes, die Sakramente und das Gebet (Apg 2,41-42). Auf diese drei Dinge achten wir im öffentlichen Gottesdienst besonders.

Darüber hinaus legen wir einen Schwerpunkt auf Nachfolge in den Familien. Die Väter sind vom Wort Gottes angewiesen, die Kinder in der rechten biblischen Lehre zu unterrichten (5. Mose 6; Eph 6,4). Ein Segen versprechendes Mittel für diese Unterweisung ist die tägliche Familienandacht, bei der das Wort gelesen und erklärt wird. Zudem lernen die Kinder mit den Eltern zu beten.

Gottes Ziel ist es, uns Christus ähnlich zu machen (Römer 8,29). Wie der Zürcher Reformator Heinrich Bullinger (Bild oben) streben wir somit danach ins Ebenbild Jesu Christi geformt zu werden.

EVANGELISATION

Wir wollen den Missionsbefehl Christi für die Gemeinde ernst nehmen. Diese Aufgabe wurde den Aposteln repräsentativ für die ganze Gemeinde gegeben (Mt 28,18-20). Wir wünschen uns, gemäss der Bibel Salz und Licht in dieser Welt zu sein. Dies bedeutet, wie Christus zu leben und somit anders als die Welt zu sein. Auch hier vertrauen wir auf die Predigt des Wortes, die Sakramente und das Gebet. Dabei hoffen und beten wir, dass Gott täglich zu seinem Volk hinzufügt, welche gerettet werden sollen (Apg 2,47). Zusätzlich wünschen wir uns Gelegenheiten über die Erlösung in Christus zu sprechen (Apg 8,4; 1. Petrus 3,15).

Treue, Liebe und Ausharren

Die Art und Weise, wie wir diese Schwerpunkte in der Kirche aufrechterhalten wollen, lässt sich mit den drei Begriffen “Treue, Liebe und Ausharren” zusammenfassen. Im zweiten und dritten Kapitel des Buches der Offenbarung werden sieben Gemeinden von Christus selbst beurteilt. Die Kriterien in seiner Beurteilung sind zeitlos und lassen sich auch heute auf Kirchen anwenden. Was waren nun die Kriterien für die Bewertung? Christus war nicht daran interessiert, ob die Kirche einen tollen Ruf hatte in der Welt (Offb 3,1 & 3,17), noch war er sonderlich besorgt, wenn eine Gemeinde arm und schwach war (Offb 2,9 & 3,8). Viel wichtiger für Gott ist es, ob die Gemeinde seinem Wort treu bleibt und Busse tut, wenn sie gefehlt hat (Offb 3,3 & 3,8). Treu bleiben heisst: an der wahren christlichen Lehre festzuhalten und falsche Lehren zu verwerfen (Offb 2,2 & 2,14-16). Dies sollen wir in tiefer Liebe tun (Offb 2,4-5 & 2,19) und nicht mit einem kalten und teilnahmslosen Herzen. Falls Treue und Liebe in der Gemeinde praktiziert werden, stellen wir schnell fest, dass das gar nicht so einfach ist. Die Geschichte der Kirche Gottes ist voll von misslichen Lagen, Verfolgung und anderen Trübsalen. Darum fordert uns der Geist Gottes auf, in der Treue und Liebe auszuharren und nicht aufzugeben (Offb 2,2 & 3,10-12). Denn unser Gott ist ein Gott des Ausharrens (Römer 15,5).

Somit misst sich der Erfolg einer lokalen Gemeinde oder einer ganzen Kirche nicht in erster Linie an der Anzahl der Mitglieder oder an der Popularität des Predigers, sondern daran, ob sie in Treue und Liebe ausgeharrt hat. Dies soll uns jedoch nicht davon abhalten, unseren Gott um eine grosse Erweckung auch in unserer Zeit anzuflehen, im Glauben, dass er uns wahrlich gerne erhört.