Westminster_Standards.jpg

Unser Bekenntnis

Reformierte Kirchen sind bekennende Kirchen. Obwohl die Bibel allgenügsam für unseren Glauben ist, lehrt uns die Geschichte, dass Bekenntnisse notwendig sind, um die biblischen Lehren zu definieren und zu verteidigen. Wir bekennen unseren Glauben mit dem Westminster Glaubensbekenntnis von 1646, welches vom englischen und schottischen Parlament ratifiziert wurde. Das Westminster Glaubensbekenntnis steht in der Tradition der früheren Bekenntnisse wie das Apostolikum, das Zweite Helvetische Bekenntnis, der Heidelberger Katechismus und das Niederländische Glaubensbekenntnis (Confessio Belgica).


Das Westminster Glaubensbekenntnis finden Sie im englischen Original auf der Webseite unserer kirchlichen Denomination. Damit Sie sich einen Überblick über unser Bekenntnis machen können, finden Sie unten ein paar von den wichtigsten Punkten. An einigen Stellen wurde die Übersetzung von Pfarrer Reinhold Widters übernommen und gegebenenfalls verändert.

Zusammenfassung

Die Bibel

“Der ganze Ratschluss Gottes bezüglich all den Dingen notwendig für seine Ehre, die Errettung des Menschen, Glauben und Leben, ist entweder ausdrücklich in der Schrift festgelegt, oder kann durch gute und notwendige Schlussfolgerung aus der Schrift hergeleitet werden: dem ist nichts zu keinem Zeitpunkt hinzuzufügen, weder durch neue Offenbarungen des Geistes oder Traditionen von Menschen. Dennoch anerkennen wir, dass die innerliche Erleuchtung des Geistes Gottes für ein rettendes Verständnis der im Wort offenbarten Dinge notwendig ist …” I.VI.

der dreieinige gott

“Es gibt nur einen, lebenden und wahren Gott, der unendlich im Wesen und der Vollkommenheit ist, ein höchst reiner Geist, unsichtbar, ohne Körper, Glieder, oder Gemütserregungen; unveränderlich, unermesslich, ewig, unfassbar, allmächtig, höchst weise, höchst heilig, höchst frei, höchst absolut; alles nach seinem unveränderlichen und höchst gerechten Willen wirkend, für Seine eigene Ehre; höchst liebend, gnädig, barmherzig, langmütig, überströmend in Güte und Wahrheit, Ungerechtigkeit, Übertretung und Sünde vergebend; der Belohner von denen, welche Ihn fleissig suchen; und ausserdem, höchst gerecht und schrecklich in Seinem Gericht, alle Sünde hassend, und der keineswegs den Schuldigen freispricht.” II.I.

“In der Einheit der Gottheit sind drei Personen von einer Substanz, Macht und Ewigkeit: Gott der Vater, Gott der Sohn und Gott der Heilige Geist. Der Vater kommt von niemandem, weder eingeboren noch ausgehend; der Sohn ist ewig eingeboren vom Vater; der Heilige Geist geht ewig vom Vater und vom Sohn aus.” II.III.

Der Mensch

“Unsere ersten Eltern, verführt durch die Hinterlist und Versuchung Satans, sündigten indem sie die verbotene Frucht assen. Nach seinem weisen und heiligen Ratschluss hat es Gott gefallen, in der Absicht, daß es zu seiner eigenen Ehre hinausführen sollte, diese ihre Sünde zuzulassen.” VI.I

“Weil sie die Wurzel der ganzen Menschheit sind, wurde ihrer gesamten Nachkommenschaft, die von ihnen durch natürliche Zeugung abstammt, die Schuld dieser Sünde zugerechnet und derselbe Tod in Sünden und die verdorbene Natur auf sie übertragen.” VI.III

“Dieser ursprünglichen Verderbnis, durch die wir äußerst abgeneigt, unfähig und feindlich gegenüber allem Guten und gänzlich hingeneigt zu allem Bösen sind, entspringen alle tatsächlichen Übertretungen.” VI.IV

Jesus Christus

“Der Sohn Gottes, die zweite Person der Dreieinigkeit, wahrer und ewiger Gott, von einem Wesen und gleich mit dem Vater, nahm, als die Fülle der Zeit gekommen war, menschliche Natur zu sich, mit all deren wesentlichen Eigenschaften und allgemeinen Schwachheiten, jedoch ohne Sünde. Er wurde durch die Kraft des Heiligen Geistes im Leib der Jungfrau Maria aus ihrem Wesen gezeugt. Sodass zwei ganze, vollkommene und verschiedenartige Naturen, die Gottheit und die Menschheit, unzertrennbar vereinigt wurden in einer Person, ohne Verwandlung, Zusammensetzung oder Vermischung. Diese Person ist wahrer Gott und wahrer Mensch, doch nur ein Christus, der einzige Mittler zwischen Gott und Mensch.” VIII.II

Die Erlösung

“All diejenigen, welche Gott zum Leben vorherbestimmt hat, und diesen alleine, hat es Gott gefallen, in seiner bestimmten Zeit wirksam zu berufen, durch sein Wort und Geist, aus dem Stand der Sünde und des Todes, worin sie von Natur aus sind, zur Gnade und Erlösung durch Jesus Christus; indem er ihren Verstand geistlich und rettend erleuchtet um die Dinge Gottes zu verstehen, ihr Herzen aus Stein wegnimmt, und ihnen ein Herzen aus Fleisch gibt; indem er ihren Willen erneuert und durch seine allmächtige Kraft zum Guten bestimmt und sie wirksam zu Jesus Christus zieht; doch so, dass sie ganz freiwillig kommen, willig gemacht durch seine Gnade.” X.I

“Diejenigen, welche Gott wirksam ruft, die rechtfertigt er auch freimütig, nicht indem er sie mit Gerechtigkeit erfüllt, sondern indem er ihre Sünden vergibt und durch das Anrechnen und akzeptieren ihrer Person als gerecht, nicht wegen irgendetwas, was in ihnen gewirkt oder von ihnen getan wurde, sondern um Christi willen allein. Weder der Glauben selbst, der Glaubensakt, oder irgendein anderer evangelischer Gehorsam wird ihnen als Gerechtigkeit angerechnet, sondern sie erfolgt dadurch, dass ihnen der Gehorsam und die Genugtuung des Christi angerechnet wird, wobei sie ihn und seine Gerechtigkeit empfangen und sich auf ihn und seine Gerechtigkeit verlassen durch Glauben, ein Glaube, den sie nicht von sich selbst aus haben, es ist die Gabe Gottes.” XI.I

“Der Glaube, nämlich Christus und seine Gerechtigkeit anzunehmen und sich auf ihn und seine Gerechtigkeit zu verlassen, ist das einzige Mittel der Rechtfertigung, doch ist er [der Glaube] in der gerechtfertigten Person nicht alleine, sondern ist immer begleitet mit all den anderen heilsamen Gaben, und ist nicht ein toter Glaube, aber einer, der durch Liebe tätig ist.” XI.II

Die Kirche/Gemeinde

“Die allgemeine oder weltweite Kirche, die unsichtbar ist, besteht aus der gesamten Zahl der Erwählten, welche in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu einer Einheit versammelt wurden oder werden, unter Christus als ihrem Haupt. Sie ist die Braut, der Leib, die Fülle dessen, der alles in allen erfüllt.” XXV.I

Die Sakramente

“Die Sakramente sind heilige Zeichen und Siegel des Gnadenbundes, unmittelbar von Gott eingesetzt, um Christus und seine Wohltaten darzustellen und unseren Anteil an ihm zu bekräftigen. Zugleich stellen sie auch eine sichtbare Unterscheidung zwischen denen dar, die zur Kirche gehören, und dem Rest der Welt und verpflichten diese öffentlich, Gott in Christus nach seinem Wort zu dienen.” XXVII.I

“Es gibt nur zwei Sakramente, die von Christus, unserem Herrn, in den Evangelien eingesetzt sind, nämlich die Taufe und das Abendmahl des Herrn, von denen keines von jemand anderem als einem rechtmässig ordinierten Diener des Wortes ausgeteilt werden darf.” XXVII.IV

Anbetung

“Die natürliche Offenbarung zeigt, dass es einen Gott gibt, der über alles absolute Gewalt besitzt und herrscht, der gut ist und allen seine Güte erweist; deshalb sollen wir ihn auch fürchten, lieben, loben, anrufen, ihm vertrauen und dienen, mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit allen Kräften. Doch die Art und Weise, wie der wahre Gott recht angebetet wird, ist von ihm selbst bestimmt worden und so an seinen eigenen, geoffenbarten Willen gebunden, damit er nicht nach den Einbildungen und Einfällen von Menschen oder nach den Eingebungen Satans verehrt werden kann, auch nicht unter irgendwelchen Formen einer sichtbaren Repräsentation Gottes oder auf eine sonstige, nicht in der Heiligen Schrift vorgeschriebenen Weise.” XXI.I

“Wie es im Naturgesetz liegt, dass allgemein ein angemessener Anteil der Zeit für die Anbetung Gottes abgesondert sein soll, so hat Gott in seinem Wort einen der sieben Wochentage zum Ruhetag bestimmt, der für ihn heilig gehalten werden soll. Dies ist ein ausdrückliches, sittliches und dauerhaftes Gebot, das alle Menschen zu allen Zeiten bindet. Dieser Ruhetag war von Anbeginn der Welt bis zur Auferstehung Christi der letzte Tag der Woche; nach der Auferstehung Christi ist er auf den ersten Tag der Woche verlegt worden; er wird in der Schrift der Tag des Herrn genannt und soll als der christliche Feiertag bis ans Ende der Welt gehalten werden.” XXI.VII

Das letzte Gericht

“Gott hat einen Tag bestimmt, an dem er die Welt richten wird in Gerechtigkeit durch Jesus Christus, dem alle Macht und alles Gericht vom Vater übergeben ist. An diesem Tage werden nicht nur die abgefallenen Engel gerichtet, sondern in gleicher Weise werden alle Menschen, die auf Erden gelebt haben, vor dem Richterstuhl Christi erscheinen, um Rechenschaft über ihre Gedanken, Worte und Taten abzulegen und um zu empfangen, gemäss dem, was sie in ihrem Leib getan haben, ob gut oder böse .” XXXIII.I

“Diesen Tag hat Gott zu dem Zweck angesetzt, damit die Herrlichkeit seiner Barmherzigkeit in der ewigen Erlösung der Erwählten kundgetan wird; die seiner Gerechtigkeit in der Verdammnis der Verworfenen, die gottlos und ungehorsam sind. Dann werden die Gerechten ins ewige Leben eingehen und jene Fülle der Freude und Erquickung empfangen, die von der Gegenwart des Herrn ausgehen wird. Doch die Gottlosen, die Gott nicht kennen und dem Evangelium Christi nicht gehorchen, werden in die ewige Qual geworfen und bestraft mit ewigem Verderben durch die Gegenwart des Herrn und seiner majestätischen Gewalt.” XXXIII.II